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Die Veden

Die Veden sind rund 5000 Jahre alte indische Schriften, welche das komplette Universum erklären. "Veda" bedeutet Wissen im Sinne von Weisheit. Die Veden liefern umfassendes Wissen über das Materielle und das Spirituelle. In ihnen ist nicht nur die Entstehung, Struktur, Funktion und Vernichtung unseres Universums exakt erklärt, sondern auch der grobe Ablauf allen Geschehens, das darin stattfindet. Insbesondere zeigen die Veden denjenigen auf, der das Universum erschaffen hat ("Gott", in den Veden als Krishna bezeichnet).

Die in der hochstehenden Sprache Sanskrit verfassten Veden vermitteln einen gigantischen Umfang an Wissen. Im Vergleich zu den Veden verblassen alle anderen religiösen Schriften, die diese Welt kennt, zu einem dürftigen Rinnsal. Zwar wurden die
Veden vor zirka 5000 Jahren niedergeschrieben, das darin enthaltene Wissen ist jedoch weit älter. Das vedische Wissen wurde über viele Jahrtausende mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben, stammt vom Schöpfer dieses Universums und ist so alt wie das Universum selbst. Die Veden wurden deshalb schriftlich aufgezeichnet, weil vor rund 5000 Jahren hier auf der Erde das dunkle Zeitalter der Spaltung, der Lüge und des Vergessens begann (in den Veden als Kali-Yuga bezeichnet) und damit einhergehend unter anderem die Fähigkeit des Menschen umfangreiches Wissen mündlich weiterzugeben abnahm und immer mehr verloren ging.

Das in den Veden enthaltene "göttliche" Wissen steht weit oberhalb des in anderen "heiligen" Schriften enthaltenen Wissens wie beispielsweise der Bibel oder des Koran und übersteigt das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen um ein Vielfaches. Gibt man die Veden einem "normalen" Menschen zu lesen, so wird er sie innerhalb kürzester Zeit wieder weglegen, weil ihr Inhalt, die darin genannten Zeiträume, die höherdimensionalen Welten (unsichtbare Welten), Personen usw. für ihn derart unglaublich, unmöglich und märchenhaft erscheinen, dass in seinen Augen eine weitere Beschäftigung damit reine Zeitverschwendung ist. Allerdings gelangt das Wissen der Veden nur zu solchen Menschen, die danach suchen und bereit dafür sind. Neben höchstem Wissen über den Schöpfer und das Universum, über Lebensführung, spirituelle Entwicklung, Medizin, Baukunst, Musik, Sprachkunst, Raumfahrt, Kampfkunst usw. enthalten die Veden auch umfangreiches, höchstes wissenschaftliches Wissen (Astronomie, Physik, Mathematik, Geometrie usw.), das weit über die heutigen Erdenwissenschaften hinausgeht.

Das Herzstück der Veden bilden zwei Werke, die in viele Sprachen übersetzt und für jedermann zugänglich sind: 1. Die Bhagavad Gita (siehe hierzu auch meine Anmerkungen bei meinen Lieblingsbüchern) und 2. das Shrimad-Bhagavatam. (Diese Bücher können von den verlinkten Seiten kostenlos heruntergeladen werden. Das Shrimad-Bhagavatam besteht aus mehreren Bänden mit tausenden von Seiten.)

Der im deutschsprachigen Raum wohl bekannteste Kenner und Experte der Veden ist der Schweizer Armin Risi. Der Philosoph Risi, Jahrgang 1962, verbrachte 18 Jahre als Mönch in vedischen Klöstern in Europa und Indien (von 1981-1998) mit dem Studium und der Übersetzung der Veden. Er hat mittlerweile mehr als 10 Bücher verfasst, die alle lesens- und empfehlenswert sind und im Wesentlichen auf den Veden basieren. Die beste mir bekannte Zusammenfassung der Veden in deutscher Sprache findet sich im dritten Teil des Buches Auf ein Wort: Eine Reise zum Gipfel der Philosophie von Rudi Berner. Der gewaltige Umfang der Veden wurde von Berner auf etwa 70 Buchseiten herunterkomprimiert. Eine nochmals deutlich gestrafftere Version der Veden, die von mir selbst stammt, finden Sie nachfolgend.  

Inhaltliche Kurzfassung der Veden

Alles Existierende wurde von Krishna (Gott) erschaffen. Er ist der Ursprung von allem. Krishna ist allmächtig, allwissend, vollkommen und das höchste aller Wesen. Krishna ist eine Person, ein Individuum, so wie wir, mit Wünschen, Absichten und Zielen. Der einzige Unterschied zwischen ihm und uns ist, dass wir begrenzt sind und er nicht. Wir selbst (die unsterblichen Seelen) sind winzige, mit einem freien Willen ausgestattete Teilchen Gottes wie Tropfen in einem riesigen Ozean.
Spirituelle und materielle Welt

Es existiert
  1. eine spirituelle (nichtmaterielle) Welt, das ewige Reich Gottes, und
  2. eine materielle Welt, die aus zahlreichen Universen besteht.
In beiden Welten leben spirituelle Wesen (Seelen). In der materiellen Welt haben die Seelen einen Körper (grobstofflich oder feinstofflich). Die spirituelle Welt ist frei von Leid, Mühsal und Vergessen, die materielle Welt ist voll davon. Krishna verwendet drei Viertel seiner Kraft um die spirituelle Welt zu erschaffen und zu erhalten. Ein Viertel seiner Kraft gebraucht er um die unzähligen materiellen Universen zu erschaffen, zu erhalten und zu vernichten.

Die spirituelle Welt ("Vaikuntha" genannt = frei von aller Angst), das ewige Reich Gottes, ist unsere wahre und ursprüngliche Heimat. Dort existiert keinerlei Leid, herrscht höchste Lebensqualität und ewige Glückseligkeit. Alles, was wir auf der Erde schön finden, Farben, Düfte, Klänge, Verliebtsein, Fröhlichkeit, Geborgenheit usw. gibt es auch in der spirituellen Welt, allerdings in einer unvergleichlich höheren Qualität. Die Welt jenseits des materiellen Universums ist in Ihrer Pracht, Lebensqualität und Glückseligkeit für uns Menschen gegenwärtig unvorstellbar. In der spirituellen Welt sind sich alle Wesen des höchsten Schöpfers (Krishna) vollkommen bewusst und dienen ihm. Im Zentrum der spirituellen Welt steht einer Sonne gleich der ursprüngliche spirituelle Planet, der über die gesamte spirituelle Welt leuchtet und dessen Licht dasselbe ist, das in den Herzen der Menschen strahlt. Im Licht des ursprünglichen Planeten (Sonne) existieren zahllose spirituelle Planeten, auf denen die befreiten Seelen in höchster Herrlichkeit zusammen mit und in Gott (Krishna) leben. In der spirituellen Welt existiert keine Zeit.

Freier Wille

Die Seelen (wir selbst) wurden von Krishna mit einem freien Willen geschaffen. Der freie Wille beinhaltet auch die Möglichkeit sich für oder gegen Krishna/Gott zu entscheiden. Seelen, welche in der spirituellen Welt Krishnas Liebe nicht erwidern und sich von ihm abwenden möchten, erhalten die Möglichkeit einer Alternative. Zu diesem Zweck erschafft Gott unzählige materielle Universen. Sie alle sind gleich aufgebaut wie unser Universum und entstehen und vergehen durch das Ausatmen (Expansion des Universums) und Einatmen (Kontraktion des Universums) Gottes. Der Grund, warum einzelne Seelen Krishna's Liebe zurückweisen, besteht in ihrem Egoismus. Durch die Schöpfung der materiellen Welt bietet Krishna allen Wesen die Möglichkeit ihr Bewusstsein über viele materielle Leben (Inkarnationen) hinweg zu reformieren, ihr falsches Ego abzulegen und zu ihm zurückzufinden.
      
Gesetzmässigkeiten und Eigenschaften der materiellen Welt
 
Das gesamte materielle Universum ist eine Welt der Gegensätze (Polarität, Dualität: gut und böse, Täter und Opfer, Tag und Nacht, oben und unten, Licht- und Dunkelwelten etc.). Im materiellen Universum herrscht das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma; Aktio = Reaktio; was du säst, wirst du ernten). Das heisst: Jeder Mensch erntet früher oder später die Früchte seines Wirkens, egal ob gut oder schlecht (gute Taten ergeben gute Rückwirkungen, schlechte Taten ergeben schlechte Rückwirkungen). Ein weiteres Gesetz im Universum ist das Gesetz der Resonanz. Dieses Gesetz bedeutet: Gleiches zieht Gleiches an, die Aussenwelt entspricht der Innenwelt, wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück. Des Weiteren sind alle Abläufe im Universum zyklisch, das heisst: wiederholen sich ständig (siehe Viererzyklus).

Das gesamte Universum ist holographisch aufgebaut. Das bedeutet: Jedes Teilchen, mag es noch so klein sein, enthält die Gesamtinformation (das Gesamtbild) des Universums. Allerdings gilt: Je kleiner das Teilchen, desto unschärfer das Gesamtbild. Beispielsweise enthält jede Zelle unseres Körpers das Gesamtbild unseres Körpers (und des gesamten Universums) und weiss genau, wohin sie gehört und welche Aufgabe sie innerhalb unseres Körpers (und des Universums) zu erfüllen hat. Mit der holographischen Natur des Universums verwandt ist das Analogiegesetz "wie oben so unten". Dieses Gesetz bedeutet: Dasjenige, das unten ist, gleicht demjenigen, was oben ist und umgekehrt. Beispielsweise ist die materielle Welt (unten) ein Abbild/Spiegelbild der spirituellen Welt (oben), und der Mensch in gewisser Weise ein Abbild Gottes (Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild). Ob Mikrokosmos (Atome, Zellen, Bakterien usw.) oder Makrokosmos (Universen, Galaxien, Sonnensysteme, Planeten), alles ähnelt sich, der einzige Unterschied sind die Grössenordnungen. Siehe auch Mikrokosmos und Makrokosmos

Die drei Grundeigenschaften der Natur, denen die gesamte materielle Welt – inklusive aller Lebewesen – unterworfen ist, sind 1. Tugend (= positiv), 2. Leidenschaft (= negativ) und 3. Dunkelheit (= sehr negativ). Die Kombination dieser drei Eigenschaften (Gunas) bringt alle Formen und Tätigkeiten dieser Welt hervor und steuert sämtliche Vorgänge. Jeder Mensch ist eine Mischung aus diesen drei Eigenschaften. Diese Eigenschaften binden ihn an die materielle Welt. Aus Tugend entsteht Wissen und Glück, aus Leidenschaft entsteht Ehrgeiz, Tatendrang, Gier und Schmerz, und aus Dunkelheit entsteht Unwissenheit, Täuschung, Faulheit, Verdorbenheit und Vergessen. Nur wer sich über alle drei Eigenschaften erhebt (auch über die Tugend) kann sich von der materiellen Welt lösen und den Weg zurück in die spirituelle Welt finden.
Entstehung und Struktur des Universums

Alle materiellen Universen sind das Werk einer Zusammenarbeit vieler Wesen und streng hierarchisch aufgebaut, wie ein Unternehmen. Ähnlich wie ein grosses Bauwerk das gemeinsame Werk vieler Menschen ist (Architekten, Ingenieure, Bauleiter, Vorarbeiter und zahlreiche Mitarbeiter an der Basis), ist ein Universum das Werk vieler Wesen. In jedem Universum gibt es einen obersten Architekten, Brahma. Brahma ist ein Halbgott und wurde direkt von Gott mit der Schaffung des entsprechenden Universums beauftragt. Brahma seinerseits beauftragt weitere Halbgötter mit verschiedensten Aufgaben. Insgesamt gibt es 33 Millionen Halbgötter (Mitarbeiter Brahmas, Diener Krishnas) pro Universum, welche das Universum erschaffen und am Laufen halten. Das Universum gleicht einem riesigen Unternehmen mit vielen Abteilungen und Abteilungsleitern an deren Spitze Brahma steht (der "Geschäftsführer"). Im Universum gibt es keinen Zufall, alles Geschehen folgt einem exakten Plan, der von den Halbgöttern koordiniert und ausgeführt wird. Ziel und Zweck der "Firma" ist die Bewusstseinsformung der Seelen (von uns).

Das gesamte materielle Welt ist gemäss dem Analogiegesetz (wie oben so unten) ein Abbild ihres spirituellen Vorbildes, dem ewigen Reich Gottes. Die Sonnen im Universum und das Sonnenlicht entsprechen dabei dem Licht und der Ausstrahlung Gottes. Jedes Universum besteht aus mehreren Dimensionen (insgesamt sieben) unterschiedlicher Verdichtungsstufen (siehe Abbildung: Aufbau des Universums). Die höchste Dimension ist am feinstofflichsten (geringste Dichte), die unterste Dimension am grobstofflichsten. Da jede Dimension in einer anderen Schwingungsebene (Frequenz) existiert, stören sich die einzelnen Welten gegenseitig nicht und sind parallel zueinander – im gleichen Weltraum – vorhanden (ähnlich wie Radioprogramme). Allerdings sind die einzelnen Dimensionen ineinander verschachtelt, ähnlich wie Schachtelpuppen (Matroschkas). Das heisst: Jede höhere Dimension enthält und beeinflusst alle darunter liegenden Dimensionen, aber nicht umgekehrt.

Zuerst erschafft Brahma, der oberste Architekt des Universums, die höchste Dimension (die geringste Verdichtungsstufe), dann die zweithöchste, die dritthöchste usw. bis hinunter zur dichtesten Dimension/Materie (die siebente Ebene), zu welcher die Erde und das materielle Universum, wie wir es wahrnehmen, gehören. Diese Aufgaben erfüllt Brahma zusammen mit seinen Mitarbeitern (den anderen Halbgöttern). In jeder der höherdimensionalen (unsichtbaren) Welten des Universums existieren Sonnen, Planeten und Lebewesen, ähnlich wie in unserer Dimension. Die unteren, grobstofflicheren Dimensionen des Universums entstehen durch "Hinunterkopieren" und Verdichtung der höheren Dimensionen. Bei jedem Hinunterkopieren tritt ein deutlicher Qualitätsverlust ein, wird die Materie verdichtet und die Zeit komprimiert (in den unteren Dimensionen läuft die Zeit schneller). Ein Planet, ein Tier oder ein menschlicher Körper in unserer Dimension ist folglich das Ergebnis einer mehrfachen Kopie und Verdichtung des entsprechenden Planeten, Tieres oder humanoiden Körpers. Das heisst: Eine neue Tierart auf der Erde oder der menschliche Körper entstanden bzw. entstehen nicht durch Evolution, sondern durch Materialisation des feinstofflichen Körpers (Involution) aus der nächsthöheren Dimension. Für uns Menschen ist nur die unterste, grobstofflichste Dimension sichtbar.

Je höher die Dimension, desto grösser die Vielfalt an Lebewesen und desto höher die Qualität der entsprechenden Planeten und Körper (leuchtender, farbiger, prächtiger, feiner). Insgesamt existieren im Universum 8'400'000 Lebensformen (Gattungen). Bäume sind beispielsweise eine Gattung. Diese Lebensformen teilen sich auf in Pflanzen, Tiere und humanoide Formen. 400'000 der 8'400'000 Gattungen stellen humanoide Lebensformen dar. Davon leben nur einige wenige in menschlicher Form auf der Erde. Alle anderen verteilen sich auf andere Planeten im Universum und die höherdimensionalen Welten (Engel, höhere Licht- und Dunkelwesen etc.) und sind aus unserer Sicht Ausserirdische. In jeder Dimension des materiellen Universums leben zahllose spirituelle Wesen, so wie auf der Erde Menschen (bestehend aus Seele und Körper) leben. Die Körper der Wesen in den höheren Dimensionen sind weit weniger dicht als die unsrigen, aber immer noch sterblich (humanoid). Je höher die Dimension, desto mächtiger sind die darin lebenden Wesen und desto grösser der Einfluss auf die unteren Dimensionen. In Bezug auf ihre materielle Macht sind die Menschen die schwächsten aller humanoiden Wesen.

Je höher die Dimension, desto höher ist die Lebensqualität, desto langsamer läuft die Zeit und desto länger leben die Wesen in der entsprechenden Dimension. Ein Universum besteht exakt 100 Jahre in der Zeitrechnung Brahmas (des obersten Architekten), der in der höchsten Dimension lebt. Nach diesen 100 Jahren (jedes Jahr mit 360 Tagen) stirbt der (feinstoffliche) Körper Brahmas und damit wird auch das Universum aufgelöst. In der Zeitrechnung der Erde sind dies 311'040'000'000'000 Jahre (311 Billionen 40 Milliarden Jahre). Das bedeutet: 100'000 Jahre in unserer Zeitrechnung entsprechen ungefähr einer Sekunde im Leben Brahmas. Siehe auch Zeit ist relativ: 100'000 Jahre sind eine Sekunde

Ein Tag im Leben Brahmas (24 Stunden) dauert bei uns auf der Erde 8,64 Milliarden Jahre. Was die Erdenwissenschaftler vom materiellen Universum sehen und messen können, entspricht diesem einen Tag. Im Rhythmus von Tag und Nacht Brahmas wird ein grosser Teil des Universums (die unteren Dimensionsebenen) vernichtet und neu erschaffen. Im Laufe des gesamten Universums wird die Erde 36'000 mal (100 Jahre zu 360 Tage) vernichtet und neu erschaffen. Die 8,64 Milliarden Jahre (ein Tag im Leben Brahmas) entsprechen von der Grössenordnung her ungefähr dem Alter, das unsere Wissenschaftlicher dem Sonnensystem und dem Universum geben. Alle höherdimensionalen (unsichtbaren) Wesen leben 100 Jahre in ihrer Zeitrechnung. Da die Zeit in den höheren Dimensionen, verglichen mit uns, langsamer läuft, leben diese Wesen weitaus länger und sind, in Erdenzeit gemessen, in der Lage auf Jahrtausende oder gar Jahrmillionen und Jahrmilliarden hinaus zu planen und das Geschehen (auch auf der Erde) zu beeinflussen.   
                        
Der Viererzyklus: die vier Jahreszeiten des Universums
 

Genau so wie sich auf der Erde bestimmte Zeitzyklen ständig wiederholen (Tag/Nacht, die vier Jahreszeiten etc.), existieren auch innerhalb des Universums Zeitzyklen (Schöpfungszyklen), die ständig wiederkehren. Ein für die Erde und die Menschheit besonders wichtiger Zeitzyklus ist der so genannte Viererzyklus (Maha-Yuga), der sich, wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter, zyklisch wiederholt. Ein Viererzyklus dauert 4'320'000 Jahre und besteht aus vier Zeitaltern. Das erste Zeitalter (goldenes Zeitalter) dauert 1'728'000 Jahre (4 x 432'000 Jahre), das zweite Zeitalter (silbernes Zeitalter) 1'296'000 Jahre (3 x 432'000 Jahre), das dritte (bronzenes Zeitalter) 864'000 Jahre (2 x 432'000 Jahre) und das vierte (eisernes Zeitalter: Kali-Yuga) 432'000 Jahre. Tausend Viererzyklen (4,32 Milliarden Jahre) ergeben einen Tag (12 Stunden) im Leben Brahmas. Ebensolange dauert Brahmas Nacht.

Das materielle Universum ist eine Welt der Gegensätze mit Lichtwelten und Dunkelwelten. In den Lichtwelten leben die gottzugewandten Wesen (Seelen), in den Dunkelwelten die gottabgewandten Seelen. Im ersten, goldenen Zeitalter, sind die Licht- und die Dunkelwelten vollständig voneinander getrennt und leben auf der Erde nur Wesen aus den Lichtwelten. Dies ist das Zeitalter der Harmonie, der Wahrheit und der Tugend. Im zweiten, dritten und vierten Zeitalter verkörpern sich auf der Erde immer mehr Wesen aus den Dunkelwelten (destruktive Wesen, Soziopathen, Asuras) und damit nimmt die Spannung und der Streit unter den Menschen zu.

Das vierte Zeitalter (eisernes Zeitalter, Kali-Yuga) ist das Zeitalter der Lüge, des Streites und der Heuchelei. Hier prallen die Dunkelwesen mit voller Wucht auf die Lichtwesen. Seit 5000 Jahren befindet sich die heutige Menschheit in diesem dunklen Zeitalter, was der Grund für die ständig wiederkehrenden Konflikte und Kriege und die Ausbeutung unseres Planeten ist. Am Ende dieses vierten, dunklen Zeitalters, erfolgt ein Quantensprung mit Naturgewalten und grossen Umwälzungen, bei der die ursprüngliche Ordnung (Trennung der Licht- und Dunkelwelten) wieder hergestellt wird. Anschliessend beginnt der nächste Viererzyklus. Der gesamte grobe Ablauf des Geschehens im Universum ist auf Billionen Jahre hinaus (bis ans Ende des Universums) exakt geplant und vorbestimmt.

Siehe auch

Zweck und Ziel des Universums

Die spirituelle Seele (wir selbst) ist ein Teilchen Gottes, das aufgrund des falschen Egos in die Materie gestossen wurde, um sich dort über viele Inkarnationen hinweg zu entwickeln und vom eigenen Ego zu befreien. Eine an die Materie gebundene Seele ist sich ihres göttlichen Ursprungs zunächst nicht bewusst. Sie beginnt ihre lange Reise in der materiellen Welt im Reich der Mineralien, geht dann durch das Reich der Pflanzen, durch das Reich der Tiere und gelangt schliesslich zu individuellem Bewusstsein (Bewusstsein über sich selbst), wenn sie die menschliche Form erreicht hat. Gott ruht im Stein, schläft in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen. Die gesamte Reise einer Seele durch das materielle Universum bis hin zum vollen Erwachen und dem höchsten Bewusstsein dauert Milliarden von Jahre.

Der Zweck und das Ziel des Lebens in der Materie besteht darin, in die spirtuelle Welt jenseits der Materie, in Gottes ewiges Reich, zurückzufinden. Dazu muss die Seele Vollkommenheit erreichen. Vollkommenheit bedeutet, dass sich die Seele von ihrem falschen Ego, von ihren Trieben und ihrer Gier befreit, sich der höchsten Persönlichkeit (Krishna) wieder vollkommen bewusst wird, erkennt, dass sie vollständig von IHM abhängig ist und dass die höchste Form des eigenen freien Willens darin besteht, Krishnas Liebe zu erwidern, IHM zu dienen und SEINEN Willen geschehen zu lassen. Sobald die Liebe der Seele zu Krishna vollkommen ist, sobald die Seele ALL ihre Aufgaben in der materiellen Welt mit vollkommener Hingabe zu Krishna erfüllt, gelangt sie zurück in die spirituelle Welt (das Reich Gottes) jenseits allen Leidens.  
        
Gott ist mehr als nur Schöpfer

Gemäss den Veden ist Gott weit mehr als "nur" Schöpfer. Zum Beispiel ist er auch der höchste Geniesser aller Freude und Schönheit. Er ist in der Lage sich in unzählige (Millionen!) Persönlichkeiten aufzuteilen (zu erweitern), die alle allmächtig sind, unterschiedliche Funktionen ausüben und verschiedene Namen tragen (Rama, Narayana, Nrsimha usw.). In all diesen Gestalten, die alle jung und schön sind, geniesst Gott sein Leben in der spirituellen Welt, geniesst er seine Beziehungen zu den unzähligen Gottgeweihten (Billionen!), die ihm dienen und treu ergeben sind (unsterbliche Seelen wie wir). Eine der bedeutendsten Erweiterungen/Parallelformen Gottes ist Radha. Sie ist seine weibliche Natur (seine Geliebte und ewige Gefährtin) und Ausdruck seiner Freudenkraft. Einige von Gottes Erweiterungen sind für die materielle Welt zuständig, so zum Beispiel Vishnu, welcher die materiellen Universen erschafft. Gottes Hauptname (die höchste Persönlichkeit) ist jedoch Krishna.

Gott ist aber nicht nur Individuum, sondern auch Energie. Alle materiellen Universen und sämtliche Materie bestehen aus der Energie Gottes (Materie ist verdichtete Energie; siehe auch Quantenphysik). In jedem Stein, jeder Pflanze und jedem Tier wirkt göttliches Bewusstsein, in jedem Lebewesen und allem Existierenden wirkt eine höhere, allgegenwärtige und allwissende Kraft: das Wunder der Natur. Auch in unserem Körper funktionieren die Organe ohne unser bewusstes Zutun (das Herz schlägt, die Verdauung arbeitet, der Körper atmet, das Blut fliesst usw.). Diese steuernde Kraft jenseits unseres eigenen Bewusstseins, ist die göttliche Intelligenz (das göttliche Bewusstsein, die Höchste Seele), die der gesamten Materie innewohnt.

Gott ist also sowohl Person (Individuum) als auch Energie. Gott als Persönlichkeit/Individuum lebt in der spirituellen Welt jenseits der materiellen Welt und ist komplett getrennt vom materiellen Universum (transzendent). Gott als Energie ist die Gesamtheit aller Energien und damit die Gesamtheit aller Materie und Universen. Als Energie (und göttliche Intelligenz) ist Gott der gesamten materiellen Schöpfung innewohnend (immanent). Das bedeutet: Gott/Krishna ist in der spirituellen Welt als auch in der materiellen Welt vollständig präsent. Er ist alles, was ist.

Ab und zu erscheint Krishna auch persönlich auf der Erde und im materiellen Universum. Beispielsweise kam er vor 5000 Jahren auf die Erde um, neben anderen Tätigkeiten, seinem Freund Arjuna die Bhagavad Gita (das Herzstück der vedischen Schriften) zu diktieren. Insbesondere dann, wenn Religiosität, Anstand und Moral komplett verfallen und die Grausamkeit unerträglich wird, kommt er um die Frommen zu retten und die Ordnung wieder herzustellen (z.B. auch am Ende des dunklen Zeitalters: Kali-Yuga --> siehe Viererzyklus).

Schlussanmerkung: Streng genommen wird meines Wissens nirgends in den Veden (in den Originalschriften) angegeben, warum die Seele in die Materie fiel. Bei der Aussage, dass die Seele deshalb in die Materie fiel, weil sie sich in der spirituellen Welt aufgrund ihres eigenen Egos (selbstverschuldet) von Gott abgewandt hat, handelt es sich lediglich um INTERPRETATIONEN (Erläuterungen und Erklärungsversuche) von Übersetzern und Kennern der Veden. Da die Idee, dass der Mensch aufgrund seiner eigenen Schuld und Sündhaftigkeit in die Materie fiel bzw. in der Materie Leid erlebt, aber bei praktisch allen Anhängern der Veden wie auch anderen "heiligen" Schriften geglaubt wird (als Wahrheit gilt), habe ich dies so übernommen. 
Bild 1 (links oben): Krishna
Bild 2 (links unten): Vishnu (der schlafende Gott), der die Universen (die wie Seifenblasen aussehen) erschafft bzw. aus- und einatmet. Zur Vergösserung Bild anklicken.
Bild 3 (rechts): Die erwachte Seele (die sitzende Frau), die sich ihrer Lage bewusst wird. Sie erkennt, dass sie in einem Gefährt steckt (in einer materiellen Hülle: die fünf Pferde stellen die fünf Sinne des Körpers dar) und dem Geschehen, bleich vor Schreck, völlig hilflos ausgeliefert ist. Die Wagenlenkerin entspricht dem eigenen Ego.


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Veden sind nicht der Weisheit letzter Schluss

So wahr, weise, brillant, erkenntnisreich und enorm horizonterweiternd die Veden für diejenigen, die dafür bereit sind, besonders in Bezug auf das höchste Wesen, die Schöpfung und den Aufbau des Universums sowie den Ablauf allen Geschehens darin auch sind, sie sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Beispielsweise liefern die Veden falsche Angaben über die Herkunft/Entstehung der Materie (siehe Warum die Materie ein Problem ist und wo die Veden irren und auch Das spirituelle Wesen erzeugt Energie durch Vorstellungs- und Gedankenkraft.  

Siehe auch meine Anmerkungen zur Bhagavad Gita.

Das Hauptproblem der Veden wie auch anderer religiöser Schriften und Religionen (Christentum, Islam, Judentum etc.) besteht jedoch darin, dass deren Leser zu einem falschen Schluss kommen (sollen). All diejenigen Menschen, welche die höhere Wahrheit in "heiligen" Schriften erkennen, welche realisieren, dass unser Universum tatsächlich das Ergebnis bewusster Schöpfungsakte von Schöpferwesen ist, welche erkennen, dass diese Schöpferwesen (je nach Religion und Schriften: eines oder mehrere) genau wie wir Menschen Individuen (Personen) sind – mit denen man sogar kommunizieren kann –, kommen in der Regel zum Schluss, dass "Gott" (bzw. die Götter) in jeder Beziehung weit über uns steht, dass er allmächtig, vollkommen und allwissend ist, uns erschaffen hat und uns alle bedingungslos liebt.

Nur trifft das leider nicht zu. Der Schöpfer hat dieses Universum (und viele weitere) nicht erschaffen weil er uns liebt, sondern weil er keinen Widerspruch duldet, weil er diejenigen brechen und läutern will, die ihm nicht bedingungslos gehorchen und folgen. Auch hat Krishna (Vishnu) uns spirituelle Wesen (Seelen) überhaupt nicht erschaffen, sondern lediglich unsere Körper. Unser Universum ist ein vom Schöpfer geschaffenes Straf- und Umerziehungslager für widerspenstige Seelen. Dieses Wesen, das sich uns als Gott präsentiert, steht sehr wohl materiell über uns, nicht aber ethisch und spirituell. Dieses Wesen liebt uns NUR dann, wenn wir ihn bedingungslos als Schöpfer und höchstes Wesen – als Gott – anerkennen und verehren. Trifft das nicht zu, so bricht und quält er uns so lange, nutzt er seine Macht so lange aus, bis uns nicht anderes übrig bleibt als klein beizugeben und ihn als unseren Herrn und Meister zu akzeptieren. Siehe auch Hierarchie des Universums: Schöpfer, spirituelle und materielle Welt.

"Gott" will, dass SEIN Wille geschieht, nicht unserer. Und solange das zutrifft, "liebt" er uns. Das ist der Grund, warum religiöse Menschen ihn verehren, warum religiöse Menschen glauben, die höchste Form der Erkenntnis, die höchste Form unseres eigenen freien Willens bestehe darin, dass SEIN Wille geschehe. Der wahre Grund, warum Menschen zu diesem Schluss kommen, besteht jedoch darin, dass die Veden und andere "heilige" Schriften NICHT DIE GANZE GESCHICHTE erzählen. Die gesamte Vorgeschichte, wie dieses Wesen, das in den Veden als Krishna bezeichnet wird (und in anderen "heiligen" Schriften andere Namen für Gott trägt), in seine göttliche Position gelangte, fehlt. Ohne diese Vorgeschichte, die zeigt, dass Gott nur durch Tricks, Täuschungen und kriminelle Handlungen in die Position des höchsten Diktators gelangt ist, kommt der Leser aber zu einem falschen Schluss.

Ebenfalls wird aus den Veden vollkommen klar ersichtlich, dass dauerhafter Friede und Harmonie hier auf Erden vom Schöpfer weder geplant noch erwünscht sind (siehe oben Viererzyklus). Der gesamte grobe Ablauf des Universums ist aufs Genaueste geplant und vorherbestimmt. Krishna (Gott) will, dass sich die Menschen streiten, er will Konflikt, Krieg, Krankheit und Leid. Nur auf diese Weise kann er die Seelen brechen und in seinem Sinne formen. Nur auf diese Weise kann er sich seine Macht erhalten und uns Seelen zu machtlosen und demütigen Wesen machen, die glauben, ER sei allmächtig und unser Schöpfer. Eine friedliche Welt und glückliche Menschen sind in diesem Universum schlicht nicht vorgesehen. Wenn also jemand daherkommt – so wie beispielsweise ich – und eine für alle Zeiten friedliche Zivilisation auf Erden mit glücklichen Menschen erschaffen will (Solarzeitalter), dann gerät er unweigerlich in Konflikt mit dem Schöpfer.   

Die Vorgeschichte zu den Veden und den materiellen Universen: wie Gott in seine Position gelangte

Wir selbst sind unsterbliche spirituelle Wesen (Seelen), ewig während, genau wie "Gott", der Schöpfer des Universums. Es gab eine Zeit, lange vor diesem und allen anderen materiellen Universen, da standen wir alle mehr oder weniger auf der gleichen Stufe wie das Wesen, das in verschiedenen "heiligen" Schriften als Gott bezeichnet wird. Was also ist geschehen, dass dies heute nicht mehr der Fall ist? Wie konnte ein Wesen in eine derart machtvolle Position gelangen?

Die Antworten auf diese Fragen finden sich unter Wie das Spiel begann und wie Gott in seine Position gelangte