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Kein Gewissen: Wo andere ein Gewissen haben, ist da nichts

Im Buch Der Soziopath von nebenan beschreibt die Autorin Martha Stout, Dozentin an der Harvard Medical School in den USA, die soziopathische Persönlichkeit. Gemäss Ihren Forschungsergebnissen machen diese Personen etwa 4 Prozent der Bevölkerung aus. Personen, die an dieser Persönlichkeitsstörung leiden, die oft unerkannt bleibt, empfinden weder Reue noch sind sie in der Lage Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Sie haben schlicht kein Gewissen und können für ihre Mitmenschen verheerend sein. Das heisst: Diese Menschen können tun was immer sie wollen, sie fühlen sich nie schlecht darüber oder schuldig. Diese Menschen haben keine inneren Wegweiser und Barrieren, die ihnen sagen was richtig oder falsch ist.

Soziopathen sind an der Oberfläche meist sehr charmant, darunter aber eiskalt und zu keinen echten, gefühlsmässigen Beziehungen fähig. Sie lernen früh, Gefühle vorzutäuschen und haben oft eine überzeugende, übernatürliche Ausstrahlung, die auf viele Menschen anziehend wirkt. Diese Menschen laufen in der Regel nicht mordend durch die Gegend, sondern agieren im Versteckten. Soziopathen sind Menschen, die ihr Spiel mit anderen Menschen treiben. Zwischen Schein und Sein klafft beim Soziopathen eine riesige Lücke. Hinter seiner freundlichen Maske verbirgt sich eine eiskalte Fratze.

Das Problem ist, dass viele Menschen auf Soziopathen hereinfallen und sich von der sympathischen Oberfläche täuschen lassen. Dies kann gravierende Folgen für das eigene Leben haben. Da dieser Persönlichkeitstyp relativ häufig vorkommt (eine Person unter 25, andere Quellen sprechen von einer noch grösseren Häufigkeit), kennt wahrscheinlich jeder von uns mindestens einen Soziopathen, wahrscheinlich sogar mehrere, ob ihm das nun bewusst ist oder nicht. Für die meisten Menschen liegt die Gefühlskälte des Soziopathen ausserhalb ihrer Vorstellungskraft.

Um sich gegen Soziopathen zu wappnen, rät Martha Stout Autorität in Frage zu stellen, Schmeicheleien mit Skepsis zu begegnen und vor Rührseligkeit und Selbstmitleid auf der Hut zu sein. Die einzig wirkungsvolle Empfehlung zum Umgang mit Soziopathen lautet jedoch: meiden! Kein Kontakt mit solchen Personen!

Soziopathie angeboren? Biologische Komponente die Ursache der Störung?

Martha Stout meint, dass die soziopathische Störung eine genetische Komponente hat und dass wohl bei etwa 50 Prozent der Soziopathen ihre Störung angeboren ist. Sie vermutet, dass zumindest ein Teil des Problems am Gehirn dieser Personen liegt. Einzelne Gehirnregionen sollen beim Soziopathen anders sein.

Exakt an dieser Stelle möchte ich mein Veto einlegen. Zwar stimme ich sehr wohl mit Martha Stout überein, dass bei vielen Soziopathen ihre Störung angeboren ist. Allerdings geht diese Sicht der Dinge davon aus, dass der Mensch nur einmal lebt. Wenn man weiss, dass der Mensch ein unsterbliches geistiges Wesen ist, das einen Körper bewohnt und in der Regel bereits viele Leben hinter sich hat (mit oder ohne Körper, siehe auch höherdimensionale Welten), dann ist die Soziopathie nicht angeboren, sondern sie wurde "mitgebracht" beziehungsweise in früheren Leben erworben (siehe auch Man wird zu dem, was man bekämpft). Und: Bei allen echten Soziopathen ist ihre Störung (was das jetzige Leben betrifft) angeboren bzw. mitgebracht. Soziopathen sind nicht Menschen, die – wie viele andere geschädigte Wesen – durch ihre Mitmenschen und die Gesellschaft verletzt und deshalb böse wurden, sondern sie sind seit Geburt gnadenlos, unbelehrbar und eiskalt.

Die biologische Komponente als Ursache von Verhaltenstörungen und die Gehirntheorien, welche in den letzten 20 Jahren massiv zugenommen haben, sind falsch, weil sie auf einem falschen Fundament basieren, der Evolutionstheorie. Immer mehr Probleme, Störungen und Verhaltensauffälligkeiten sollen biologische Ursachen haben. Depressionen sollen die Folge mangelnder Ausschüttung bestimmter Hormone (Botenstoffe) sein, viele andere (psychische) Störungen sollen genetisch bedingt oder auf ein fehlerhaftes Gehirn zurückzuführen sein. Das Gehirn soll unsere Gedanken erzeugen. So ein Quatsch.

Die aktuelle Hirnforschung und "moderne" Medizin mit der Möglichkeit immer kleinere Veränderungen im Gehirn oder die (mangelnde) Ausschüttung bestimmter Stoffe/Hormone zu messen, führt in eine Sackgasse und weg von der Wahrheit. Nicht im Materiellen ist die Ursache vieler Probleme und Störungen zu finden, sondern in der Psyche (im Geistigen).

Wenn eine Person am Arbeitsplatz gestresst ist, unzufrieden mit ihrem Leben, unverarbeitete Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit hat, Beziehungsprobleme usw., dann ist doch logisch, dass sich diese Faktoren auch auf den Körper und dessen Wohlbefinden auswirken, dass sich eine gedrückte Stimmung auch auf die (mangelnde) Ausschüttung bestimmter Hormone und auf die Aktivität bestimmter Gehirnregionen auswirkt. Dann zu sagen und meinen, die fehlerhafte Ausschüttung dieser oder jener Substanz, die mangelnde Aktivität einer bestimmten Hirnregion etc. sei die Ursache der depressiven Stimmung, des Niedergedrücktseins, der psychischen Störung usw. (und die Idee die Mangelsubstanz durch ein Medikament zu ersetzen) ist um 180 Grad verkehrt und zäumt das Pferd von hinten auf. Nicht mehr Medikamente sind nötig, sondern die Aufarbeitung ungelöster Konflikte, mehr Fähigkeiten im Umgang mit seinen Mitmenschen und sich selbst und das Verstehen der Vorgänge auf diesem Planeten.

Natürlich hat auch die Ernährung, die Umwelt und die Lebensweise einen Einfluss auf die Psyche. Wer den ganzen Tag Zucker, Süssigkeiten und Fast-Food futtert, ständig Süssgetränke in sich hineinschüttet, raucht, massenhaft Kaffee trinkt, Alkohol und andere Drogen konsumiert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nervös ist, zittrig, hyperaktiv oder gereizt, nicht mehr richtig schlafen und sich erholen kann. Und wer den ganzen Tag nur im Bürostuhl hockt und sich so gut wie nicht bewegt, oder wer sich kaum Schlaf gönnt, auch nicht. Auch die immer zahlreicher werdenden Chemikalien und Umweltgifte, die in heutzutage in beinahe allen Produkten zu finden sind, spielen eine Rolle.

Die zunehmende Schädigung durch minderwertige Ernährung über Generationen hinweg (seit Einbruch der Technik in den Nahrungsmittelsektor ab etwa 1850), die dazu geführt hat, dass heute bereits Kinder und zum Teil Säuglinge Krankheiten haben, die früher nur Erwachsene oder ältere Menschen hatten (Diabetes, Herzinfarkte, Rheuma, massives Übergewicht usw.), könnte man tatsächlich als biologische Komponente und biologische Ursache von Störungen bezeichnen. Diese Störungen reichen jedoch (noch) nicht aus um einen echten Soziopathen zu erzeugen.

Ursachen in der Kindheit?

Auch die Idee, dass alle, oder zumindest viele Ursachen für psychische Störungen und abnormale Verhaltensweisen in der Kindheit zu suchen und finden seien (eine kalte Mutter, ein aggressiver Vater usw.) greift zu kurz. Selbstverständlich hat die Kindheit eine Auswirkung und Bedeutung, keine Frage. Die Einflussfaktoren auf das gegenwärtige Leben sind aber deutlich umfassender und weiter zurückreichend als bloss die Kindheit und das aktuelle Leben.

Soziopathische Persönlichkeit bereits in den 60-er Jahren ausführlich untersucht und beschrieben

L. Ron Hubbard, der Gründer der berüchtigten und destruktiven Scientology-Organisation, hat bereits in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts die soziopathische Persönlichkeit ausführlich untersucht und beschrieben. Er nannte diesen Persönlicheitstyp "Unterdrückerische Person" (Surpressive Person) oder auch antisoziale Persönlichkeit. Seine Zahlen: 2,5 Prozent der Menschen sind unterdrückerische Personen, 20 Prozent sind Opfer dieser unterdrückerischen Personen und der Rest der Menschheit ist konstruktiv.

Dabei ist die Unterscheidung zwischen den unterdrückerischen Personen und deren Opfern sehr wichtig. Diejenigen Personen, die in den psychiatrischen Klinken hocken, die durchgedreht sind, herumschreien oder auf andere Weise offensichtlich geschädigt sind, sind in der Regel nicht die unterdrückerischen Personen selbst, sondern deren Opfer. Auch können die Opfer der unterdrückerischen Personen ähnliche Merkmale und Verhaltensweisen an den Tag legen wie die unterdrückerische Person selbst. Im Gegensatz zur unterdrückerischen Personen sprechen die Opfer aber auf Hilfsangebote und Therapien an, während die unterdrückerische Person auch bei hervorragenden Therapien, falls sie sich denn überhaupt in solche begibt (was eher unwahrscheinlich ist), keine Verhaltensänderung an den Tag legt.

Ein charakteristisches Merkmal der Opfer von unterdrückerischen Personen ist, dass sie in ihren Stimmungen sehr stark schwanken (himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt). Ausserdem verursachen sie viele Probleme, am Arbeitsplatz, zu Hause usw. Hubbard nannte die Opfer von unterdrückerischen Personen deshalb "Potential Trouble Source" (potentielle Schwierigkeitquelle). Ein weiteres Merkmal der Opfer ist, dass sie zu (häufigen) Unfällen und Krankheit neigen (kein Wunder bei dem auf sie ausgeübten Druck).

Gemäss Hubbard leidet die unterdrückerische Person (Soziopath) an einer fortwährenden Geisteskrankheit, da sie im Innersten davon überzeugt ist, dass ihr alle feindlich gesinnt sind und sie selbst nur überleben kann, wenn sie alle anderen unten hält. Unglücklicherweise verbirgt sie ihre Natur so geschickt, dass sie selten für verrückt gehalten wird. Die meisten dieser Leute stellen nach aussen hin keinerlei Anzeichen von Irrsinn zur Schau. Sie erscheinen recht vernünftig. Sie können sehr überzeugend wirken.

Jeder Mensch ist, als er selbst, im Grunde gut. Der Soziopath/Unterdrücker ist aber nicht er selbst. Irgendwann in seiner Vergangenheit gewann der Soziopath die unerschütterliche Überzeugung, der einzige Weg zu überleben bestehe darin, jeden anderen als seinen Feind zu behandeln. Er unterdrückt wissentlich, aber – und das ist wichtig zu wissen, wenn wir ihn verstehen wollen – er hält seine Handlungen nicht für schlecht oder destruktiv. Ihm erscheint sein Verhalten natürlich; es ist die einzige Art, sich in der Welt durchzusetzen. Er hält es für gerechtfertigt und angebracht.

Eine gute Zusammenfassung der Forschungsergebnisse Hubbards zur unterdrückerischen Person, wie man sie erkennt, wie man sich gegen sie schützt, wie man deren Opfern hilft usw., findet sich im Buch "Auf und Ab" von Ruth Minshull, hier als kostenloses PDF.

Soziopathische Person ursprünglich gut

Auch die soziopathische/unterdrückerische Person war ursprünglich einmal gut und ist daher potentiell rehabilitationsfähig (siehe auch Ethik). Man muss sich das so ähnlich vorstellen wie dies im Film Herr der Ringe an einer Stelle mit den Elben (den edlen Wesen) und den Orks (den degenerierten, bösen Wesen) erklärt wird: "Die Orks waren einst Elben, wurden vom dunklen Herrscher Sauron gefoltert und verstümmelt, bis aus ihnen Orks wurden." Der dunkle Herrscher, das ist Gott.

Aus einer höherdimensionalen Sicht sind Soziopathen nichts anderes als Wesen aus den Dunkelwelten, welche sich auf der Erde verkörpert haben.

Übrigens: Falls Sie sich beim Lesen dieses Artikels gefragt haben sollten, ob Sie selbst eventuell eine soziopathische Person sind, dann sind Sie es garantiert nicht. Die wirklich soziopathische Persönlichkeit würde sich diese Frage niemals stellen. Sich selbst in Frage stellen und die Möglichkeit in Betracht ziehen, ein schlechter Mensch zu sein, macht nur eine soziale Persönlichkeit.