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Frischkorngericht (Frischkornbrei / Frischkornmüsli)

Das Frischkorngericht ist die zentrale, wichtigste Mahlzeit einer vollwertigen Ernährung. Es eignet sich für jeden, egal ob Kind oder Rentner, Bürogummi oder Sportler, Mann oder Frau. Frischkorngericht ist nicht nur ein anderer Name für Birchermüsli, es werden ausschliesslich naturbelassene Zutaten verwendet – also keine Fertigmischungen bitte....

Rezept: Kurzversion

Zutaten pro Person: 50 g keimfähiges Getreide, 1 Apfel, 1 kleine Banane, Zitronensaft, einige gehackte Nüsse, 2 EL Vollrahm, Obst nach Lust und Verfügbarkeit. Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Hirse) schroten und mehrere Stunden (am Vorabend) in die doppelte Menge Wasser einlegen oder Hafer am Morgen mit der Haferquetsche flocken, mit pürierter Banane mischen, Nüsse hacken (und/oder Kerne beigeben), Früchte nach Lust und Verfügbarkeit dazuschnetzeln, den Rahm darunterrühren. Erst zum Schluss den Apfel mit der Raffel dazureiben, damit er nicht braun wird.  

Originalrezept nach Dr. Bruker  (aus dem Buch Unsere Nahrung - unser Schicksal)


Es wird aus einer einzelnen Getreideart oder einer Mischung hergestellt. Es kann z.B. Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Hirse gemischt werden. Von dieser Mischung werden 3 Esslöffel durch eine Kaffeemühle oder Getreidemühle grob geschrotet. Das Mahlen muss jedes Mal frisch vor der Zubereitung vorgenommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Getreidemühle mit Mahlsteinen oder einem Stahlmahlwerk arbeitet. Nicht auf Vorrat mahlen!

Das gemahlene Getreide wird mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser zu einem Brei gerührt und mehrere Stunden (bis zu zwölf) stehen gelassen. Die Wassermenge wird so berechnet, dass nach der Quellung nichts weggegossen zu werden braucht. Nach etwa fünf bis zwölf Stunden wird dieser Brei genussfähig gemacht durch Zusatz von frischem Obst (je nach Jahreszeit, keine Trockenfrüchte!), Zitronensaft, 1 Teelöffel Honig (nur manchmal, regelmässig Honig kann Karies erzeugen), 1 Esslöffel Sahne, geriebenen oder grob gehackten Nüssen, nach Art des Bircher-Benner-Müslis.

Solange verfügbar, sollte man immer einen Apfel hineinreiben und sogleich untermischen. Der geriebene Apfel macht den Frischkornbrei besonders luftig und wohlschmeckend. Es ist ohne Belang, zu welcher Tageszeit diese Speise genossen wird.

Auch die Zubereitung nach Dr. Evers ist zu empfehlen:

3 Esslöffel Roggen oder Weizen (keine Mischung) werden über Nacht (etwa 12 Stunden) mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser eingeweicht. Am Morgen werden die Körner in einem Sieb mit frischem Wasser gespült. Tagsüber bleiben sie trocken stehen. In der zweiten Nacht werden sie wieder mit Wasser übergossen, am nächsten Morgen wieder gespült. Dieser Vorgang wird solange fortgesetzt (im Durchschnitt 2 bis 3 Tage) bis die Körner keimen und die Keimlinge ca. 1/3 cm lang sind. In der Keimzeit sollen die Körner möglichst bei Zimmertemperatur stehen (d.h. nicht zu kalt und nicht zu warm). Diese gekeimten Körner können mit Zutaten versehen werden, wie beim Frischkornbrei angegeben. Sie sind gründlich zu kauen.

Der Ratschlag, Roggen und Weizen getrennt zumKeiem aufzustellen, beruht darauf, dass die beiden Getreidearten verschieden lange Keimzeiten haben. Diese seit Jahrzehnten bewährten Zubereitungsarten sind für jeden bekömmlich, auch für den Magen-Darm-Empfindlichen. Von anderen Zusammenstellungen ist abzuraten, um Unverträglichkeiten zu vermeiden.  

Das Frischkornmüsli nach Dr. Schnitzer

Einweichzeit: Ist es eine harte Getreidesorte, so kann man abends schroten und das so eingeweichte Getreideschrot abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen (maximal 10 Stunden); oder man verwendet zum Einweichen lauwarmes Wasser (Achtung, nicht über 39 Grad Celsius), dann reichen auch 20 bis 30 Minuten. Ist es eine weiche Getreidesorte (Spriesskornhafer, Nackthafer), so kann man morgens schroten und die weitere Zubereitung gleich folgen lassen.

Grundmischung

60 g Getreide, z.B. Weizen, Roggen, Nackthafer oder Dinkel, aus naturgemässem Anbau und keimfähig, werden auf einer Steinmühle mittelgrob geschrotet und in 110 g Wasser eingestreut. Nach der Einweichzeit werden 1 Teelöffel Zitronensaft darüber gegeben und aromatische 100 g Apfel frisch hineingerieben. Der Apfel muss sofort gründlich untergemischt werden, damit er nicht braun wird. Eine gute Durchmischung ist auch für den Wohlgeschmack des ganzen Müslis sehr wichtig. Sodann werden, wann immer erhältlich, 70 g frische Ananas ebenfalls hineingerieben und vermischt, 30 g Banane zerdrückt hineingegeben und etwas Cardamom eingestreut oder Vanille frisch mit ein paar Weizenkörnern in einer Schlagmesserkaffeemühle pulverisiert und untergemischt; sie verleihen dieser Grundmischung einen feinen, köstlichen Wohlgeschmack. Die Grundmischung ist jetzt bereit für die weitere Zubereitung in beliebigen Variantionen.

Weitere Zubereitung des Frischkornmüslis in Variationen

Die Müsli-Grundmischung kann jetzt in verschiedenen Variationen fertiggestellt werden. Hierzu dienen alle verfügbaren Früchte der jeweiligen Saison, und alle erhältlichen Sorten Nüsse. Auch Kerne von Sonnenblumen oder Pinien können verwendet werden. Die Früchte wird man, wenn sie klein sind, ganz verwenden. Man rechnet etwa 50 g Früchte pro Portion des Müslis. Grössere Früchte schneidet man in kleine Stücke. Einige Anregungen mag die folgende (unvollständige) Aufzählung geben: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren, Trauben, Mandarinen, Clementinen, Orangen, Pfirsiche, Birnen, Mirabellen, Pflaumen, Zwetschgen, Reineclauden, Honig- und Wassermelonen, Mangofrüchte und weitere.

Nüsse und Sonnenblumenkerne kann man mit dem "Zwiebelschneider" klein hacken und untermischen oder darüber streuen; viel frischer schmecken sie, wenn man sie am Vorabend in etwas lauwarmem Wasser eingeweicht hat. Dann braucht man sie auch nicht zu zerkleinern, sondern verwendet sie ganz (vorher kalt abspülen). Man nimmt ungefähr 30 g Nüsse und Sonnenblumenkerne pro Portion des Müslis. Am attraktivsten serviert sich das Frischkornmüsli, wenn zunächst die Grundmischung in eine kleine Schale gegeben und dann die Früchte und die zuvor eingeweichten Nüsse und Sonnenblumenkerne darüber gestreut werden. Die frischen Farben der Früchte und Nüsse erfreuen das Auge und machen so richtig Appetit.

Manchmal kann man der Grundmischung noch 20 g Leinsamen beimischen, den man erst unmittelbar vor der Fertigstellung der Grundmischung in einer Schlagmesserkaffeemühle zerkleinert und sofort untermischt (da besonders oxidationsempfindlich). Der Leinsamen hat eine wohltuende Wirkung auf die Verdauung; seine Inhaltsstoffe tragen ausserdem zu einem guten Sauerstofftransport im Organismus bei.

Schlussanmerkungen Peter Trinkler

Ich selbst verwende neben den genannten Getreidesorten sehr gerne auch Buchweizen. Diesen weiche ich meist ungemahlen einige Stunden in Wasser ein. Hirse mahle ich oft auch nicht, sondern weiche sie nur in Wasser ein. Bei Hafer und Gerste verwende ich spezielle spelzenfreie Sorten, die noch keimfähig sind, und zwar Nackthafer (Spriesskornhafer) und Nacktgerste (Spriesskorngerste). Die handelsüblichen Hafer- und Gerstensorten sind nicht mehr keimfähig, da beim Entfernen des Spelzes der Keim so stark verletzt wird, dass die Keimfähigkeit verloren geht. Auch Dinkel ist, was die Keimfähigkeit angeht, recht heikel, da nur bei äusserst schonenden Verfahren (Entfernen des Spelzes) die Keimfähigkeit erhalten bleibt. Weizen und Roggen keimen in der Regel am problemlosesten, da der Spelz hier nur lose mit dem Korn verbunden ist, bereits beim Dreschen abfällt und nicht nachträglich entfernt werden muss.

Besonders wichtig für all diejenigen, welche das Frischkorngericht schon seit Jahren verzehren: die Zubereitung sollte abwechslungsreich gestaltet werden. Einerseits können/sollen unterschiedliche Zutaten (verschiedene Getreidesorten, Früchte nach Saison, Nüsse/Kerne) verwendet werden, andererseits kann auch die Zubereitung selbst variieren. Zum Beispiel kann man den Apfel mal grob, mal fein hineinraffeln, können die restlichen Früchte unterschiedlich gross gestückelt oder gerieben in das Frischkorngericht hineingegeben werden und/oder einzelne oder alle Früchte in einem Mixer püriert werden, alles je nach persönlichem Geschmack und Vorliebe.

Gesunde Nahrung soll/muss schmecken. Die Sahne macht das Frischkorngericht besonders bekömmlich. Natürlich können auch mehr als die oben angegebenen ein oder zwei Esslöffel davon genommen werden (idealerweise sollte sie unerhitzt bzw. unpasteurisiert sein). Die Sahne kann auch ganz weggelassen werden (z.B. bei Veganern), oder steif geschlagen werden, was einigen besonders gut schmeckt. Wer das Frischkorngericht immer gleich zubereitet, dem kann dieses mit der Zeit verleiden (schliesslich essen Sie bei den anderen Mahlzeiten ja auch nicht jeden Tag immer das Gleiche).

Getreidemühle

Zur Zubereitung des Frischkorngerichts ist keine Getreidemühle notwendig. Eine einfache und günstige Schlagmesser-Kaffeemühle oder eine Handmühle reicht. Zur Durchführung einer vollwertigen Ernährung ist eine leistungsfähige Getreidemühle, idealerweise mit Steinmahlwerk, aber auf jeden Fall zu empfehlen.